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Warum jede Gemeinde eine eigene Bauordnung hat — und was das für die Recherche bedeutet

Der Schweizer Föderalismus verteilt das Baurecht über Bund, Kantone und Gemeinden. Was das konkret für die tägliche Recherche im Architekturbüro heisst.

Pascal MüngerPascal Münger3 Min. Lesezeit

Wer in nur einem Kanton baut, gewöhnt sich an dessen Logik. Sobald ein Projekt die Gemeinde- oder Kantonsgrenze überschreitet, beginnt die Recherche von vorn. Das ist kein Versehen, sondern Folge der Art, wie das Baurecht in der Schweiz aufgebaut ist.

Drei Ebenen, die ineinandergreifen

Das Raumplanungsrecht des Bundes setzt den Rahmen. Die Kantone füllen ihn mit eigenem Baugesetz und eigener Bauverordnung. Und die Gemeinden konkretisieren das Ganze in ihrer Bau- und Nutzungsordnung (in einigen Kantonen Bau- und Zonenordnung oder Baureglement genannt) samt Zonenplan.

Das Ergebnis: Begriffe, Messweisen und Grenzwerte unterscheiden sich von Ort zu Ort. Die Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) sollte das angleichen, ist aber nicht überall übernommen worden — und wird es nach Einschätzung der Praxis auch nicht flächendeckend werden.

Aus einem Gespräch mit der Geschäftsleitung eines Architekturbüros: "Baurecht in der Schweiz ist extrem kompliziert. Jeder Kanton hat eigene Bauverordnungen und Baugesetze, und längst nicht jede Gemeinde ist auf demselben Stand."

Warum man die Quelle der konkreten Gemeinde braucht

Eine Ausnützungsziffer aus der Nachbargemeinde hilft nicht weiter, wenn die eigene Parzelle in einer anderen Zone mit anderen Werten liegt. Genau hier scheitern allgemeine KI-Werkzeuge: Sie vermischen Gemeinden und liefern ein plausibel klingendes Beispiel, das aber von der falschen Vorschrift stammt.

Aus einem Gespräch mit dem KI-Verantwortlichen eines grösseren Büros: "Wenn etwas nicht definiert ist, soll die KI 'nicht definiert' sagen — und nicht einfach ein Beispiel aus einer anderen Gemeinde wählen."

Diese Vermischung ist im Baurecht kein kleiner Schönheitsfehler. Wer eine Zahl aus der falschen Gemeinde übernimmt, baut den Fehler in die Machbarkeitsstudie ein und trägt ihn durch das ganze Projekt.

Die praktische Hürde: an die richtige Ordnung kommen

Selbst wenn die Gemeinde feststeht, ist die Beschaffung mühsam. Die Bau- und Nutzungsordnung liegt als PDF auf der Gemeinde-Website, in sehr unterschiedlicher Qualität.

Aus einem Gespräch mit einem Architekten aus dem Kanton Aargau: "Manche Bauordnungen sind sauber durchsuchbar, andere sind so schlecht gescannt, dass man jede Zeile von Hand sucht."

Dazu kommen Gerichtsurteile, die festlegen, wie eine unklare Vorschrift auszulegen ist. Sie sind öffentlich, aber über die Kantonsseiten schlecht durchsuchbar — und damit für die schnelle Recherche kaum nutzbar.

Was wir daraus mitnehmen

Der Föderalismus lässt sich nicht wegdigitalisieren, und das ist auch nicht das Ziel. Normy bindet die Antwort an die Bau- und Nutzungsordnung der konkreten Gemeinde und belegt jede Aussage mit der Quelle. Ist etwas in der betreffenden Gemeinde nicht geregelt, sagt Normy das — statt eine fremde Vorschrift als Lückenfüller einzusetzen.

Das nimmt Ihnen die Auslegung von Graubereichen nicht ab und ersetzt keine Rechtsberatung. Aber es sorgt dafür, dass die Grundlage, auf der Sie arbeiten, zur richtigen Parzelle gehört.


Arbeiten Sie über mehrere Gemeinden oder Kantone hinweg? Schreiben Sie uns — wir zeigen Ihnen, wie Normy die richtige Bauordnung findet.